Monat: März 2026

Was alles so schiefläuft

Am Sonntag durften wir unsere Nachbarin zum Kaffee begrüßen. Der Grund war banal eigentlich, doch es offenbarte etwas wirklich erschreckendes.

Letztes Jahr furh ein Schwerlastransporter durch unsere Straße. Da eigentlich keine Transporte dieser Art durch unser Dorf stattfindenen dürfen, wurden wir auch etwas unsaft gegen 21.20 Uhr darauf hingewiesen als einen Ruck an unserer Mauer gab. Der Transport blieb hängen, bei uns an der Natursteinwand (glücklicherweise ohne Mängel), allerdings beim zurücksetzen und erneutem Versuch dann auch bei unserer Nachbarin mit dem Resultat, daß eine Dachverkleidung ausgehebelt und verbogen wurde.
Der Fahrer, keines Deutsch mächtig, und seine zwei Gehilfen beschwichtigten und fingen an zu messen. Nach ca. 1 Stunde, mit Lasermessung und cm genauer Arbeit, konnte der Transport weiterfahren. Im Gespräch mit allen beteiligten und auch dem Führer des Warnfahrzeuges (welcher nur den Kopf schüttelte) schien die Sache klar. Aufgrund der ersten Nettigkeit machte unsere Nachbarin einen kapitalen Fehler – sie rief NICHT die Polizei.

Wir spulen vor – Dezember 2025. Die erste Gerichtsverhandlung lief an. Eigentlich sollten meine Frau und ich als Zeugen auftreten. Eine Einladung des Gerichts erhielten wir leider nicht. Der Fall wurde vertagt, da keine Zeugen auftragen. Unsere Nachbarin war frustriert, fragte berechtigterweise wo wir waren und beim Anruf auf dem Amtsgericht erhielten wir die lapidare Aussage „der Kollege sei aktuell krank und sie sind unterbesetzt“. Der Vertreter des Transportunternehmers hatte in der Gerichtsverhandlung gesagt, daß es kein Schwertransport war (Fotos mit CONVOI EXCEPTIONAL und auch Warnlichter mit „Schwertransport“ lagen dem Gericht vor) und das Gut auch nicht die gängien Maße überschritt. Natürlich waren alle Fahrer geschult (sind aber nicht vor Gericht erschienen) und natürlich waren es alle geschulte Fahrer. Die Nachbarin möchte einfach nur Geld sehen – daß war die Aussage des Anwaltes.
Der Richter vertagte. Im Februar gab es ein Schreiben der Amtsgerichtes, daß der gegnerische Anwalt unsere Nachbarin auf Versicherungsbetrug verklagen will. Nicht erwähnt bisher – der Streitwert: 600 Euro.
So musste unsere Nachbarin selbst das Szepter in die Hand nehmen, im Landratsamt anrufen, anfragen stellen die eig. ihr Anwalt machen müsste – immer mit dem Hinweis, wir können nicht weiterhelfen, Datenschutz, und so weiter und so fort.
Am vorigen Wochenende gab es den Befreiungsschlag – ein anderer Nachbar hat ein Foto gemacht als der Transport an der Wand hängen geblieben ist. Dieses wurde der Anwältin der Nachbarin zugespielt, welche nun auf einmal vollends tätig wurde – Landratsamt konnte bestätigen, daß der Transport NICHT durch unser Dorf hätte fahren dürfen, dieser für eine andere Route angemeldet war und man sieht auf dem Foto auch recht deutlich, daß die Ladungsmaße nicht wirklich für die Straße geeignet waren. Es bleibt also spannend.

Mich erschreckte an dieser Geschichte diese Untätigkeit der Stellen, die Geld dafür bekommen:

  • Amtsgericht schickt keine Vorladungen raus, da ein(!) Kollege krank
  • Anwältin kümmert sich nicht wirklich um die Sache (ist mir auch schon einige Male passiert und das mit mehreren Anwälten)
  • Gericht kümmert und hinterfragt nicht, warum Zeugen nicht kommen und ob da was schiefgelaufen wird – im Gegenteil wird dem „lauten“ Anwalt mehr Gehör geschenkt

Es ist bezeichnend, denn diese Geschichte zieht sich durch alle Formen in unserer Gesellschaft. Nur noch das nötigste tun solange es mich nicht selbst betrifft – aber Erwartungen bleiben hoch.