Die Zeiten sind turbulent. Seit März 2022 tobt der Ukraine-Krieg welcher uns in eine Lage brachte, welche wir seit 1945 nicht mehr gewohnt sind. Eine Lage und Zeit der Propaganda, der gesteuerten Information. Corona zeigte uns schon, was medial alles möglich ist. Wir sind aufgrund unserer Historie gewohnt, den öffentlichen Medien zu trauen. Doch seit Corona wackelt dieser Stuhl seit dem Ukrainekrieg, den Gas- und Stromberichterstattungen ist ein Bein mehr als kräftig angesägt.
Nehmen wir Corona als Beispiel:
Es wurde anfänglich eher Stiefmütterlich in den Medien angegangen. Corona wurde erst, nachdem die WHO es als Pandemie einstufte, richtig in den öffentlichen Medien angeheizt. Am Anfang gab es viele Diskussionen, ob die Maßnahmen alle so sinnvoll sind. Im Grundkontext aber waren sich viele einig – wir müssen der unbekannten Gefahr geschlossen gegenüberstehen.
Während also in den öffentlichen Medien die Maßnahmen mehr oder weniger gutgehießen wurden und es langsam anfing, andere Meinungen zu Diskreditieren, wurde ein Aspekt immer wieder relativ schnell abgeschmettert und mit einer Maßnahmendiskussion ausgeblendet- die sogenannte Labortheorie (1) zur Herkunft des Virus. Man konnte subjektiv empfinden, daß jeder Versuch eine Labortheorie zu etablieren sofort mit heftigen Berichterstattungen von Toten, vollen Intensivstationen etc. überschattet wurde. Man fing an, Theorien die nicht einer Linie entsprachen, als Verschwörungstheorien abzutun (das geschah schon lange vorher, man bedenke die Theorie der Überwachung der Bürger – aufgedeckt durch Snowden). Man wackelte also an der Mündigkeit der Bürger, Herr über seine eigene Meinung zu sein. Mit der ausgeblendeten Diskussion gewann der Maßnahmenkatalog einen faden Beigeschmack. Denn warum sollten die Maßnahmen alle so richtig sein, wenn es nicht genügend Informationen dazu gab?
Es wurde auch, nachdem es Anzeichen eines Impfstoffes gab, lange gerätselt welche Rolle Bill Gates dort spielt – tauchte er doch relativ bald auf der Bildfläche auf. Theorien das hier ein abgekartetes Spiel gespielt wird, wurden auch schnell so gelenkt, daß Andersdenkende „verkehrt“ laufen. Es sollte am Ende etwas anderes dabei rauskommen (2).
Kehren wir ins heute zurück. Google und Youtube wollen Nutzer schützen (3), sich falsch zu informieren. Doch wer legt die Richtlinie für Wahr oder Falsch fest? Wer kümmert sich um die Aufklärung, wenn eine als falsch deklarierte Meldung am Ende doch wahr ist? Wir legen die Wahrheit in die Hände von Unternehmen, welche auf Profit aus sind. Die Frage ist immer, welche Hand zieht welche Vorteile? Wenn die Prüfinstanz von einer Organisiation Spenden bekommt, die ein neues, wunderbares Medikament auf den Markt gebracht haben – können wir hier, im Aspekt finanzieller Interessen, noch davon sprechen unvoreingenommen zu sein und Kritik daran richtig einstufen? In Europa gibt es viele alte philosophische Weisheiten – „Wessen Brot du isst, dessen Lied sing!“ ist hier ein Volltreffer.
Schließen wir den Beitrag mit dem medialen Echo, daß Elon Musk Twitter gekauft hat und nun komplett umstrukturiert. In Europa wird das sehr negativ aufgefasst, Musk wird als Schurke dargestellt (4) und am Ende jeder unternehmerischen Fähigkeit abgestritten. Das ist bereits bei Tesla laufendes Programm – wohl auch als Einschätzung, die deutsche Autoindustrie abzuhängen. Aber nun erreicht es eine andere Wahrnehmung, denn Musk nutzt Twitter als das Medium, als das was es bereits gedacht war – als ungefilterte Sprechblase von vielen. Die Aufdeckung der Twitter Files ist eine Sache (5), die mittlerweile verdrehte Rechtslage eine andere. Dazu möchte ich den Kommentar aus dem Blog von FeFe hier verlinken (6) und zitieren:
Wieso sollte denn bitte Online-Hass anders sein als Offline-Hass? Wenn an der Straßenecke jemand den Holocaust leugnet, rufst du die Cops, und die Justiz macht den Rest. Wenn dich im Park jemand beschimpft und bedroht, dann rufst du die Cops, und die Justiz macht den Rest. Wenn das jemand online macht, dann kannst du eine Anzeige eintüten, und ein paar Wochen später ruft dich dann jemand von der Polizei an und meint, das sei doch bloß ein dummer Junge und man werde das jetzt einstellen. Man solle sich mal nicht so haben.
Sorry, aber die Antwort auf diese Zustände ist nicht Selbstjustiz oder Datenrausrück-Abmahnindustrieaufbaubefugnisse oder neue Polizeistaatberechtigungen für die Cops. Die Antwort ist, dass man den Rechtsstaat repariert. Dass die Cops und die Justiz wieder ihren Beruf ausüben und nicht so tun, als sei online irgendwie schwieriger oder man bräuchte jetzt eine Vorratsdatenspeicherung.
Die Befugnisse was richtig oder falsch sind, sollten wir nicht Unternehmen überlassen, sondern selbst die Arbeit machen und zu hinterfragen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Alle Meinungen unter einem Hut zu bringen ist unmöglich und so muss auch ein Diskurs mit einer Missbeliebigen Meinung erlaubt sein – auch der letzte Verschwörungstheoretiker darf seine Meinung äußern – es obliegt einem selbst ob man dieser Meinung gewicht verleiht oder sie einfach ignoriert. Im Zeitalter der Informationsflut ist es schwerer geworden, sich ausgiebig zu informieren – dabei ist aber eines in Vergessenheit geraten: Man muss nicht jeder Nachricht auf sich wirken lassen. Informationen sollten für jeden selbst eingestuft werden und Dinge, die das Leben nicht beeinflussen darf man zum größten Teil ignorieren. Das verschafft Luft zum atmen.
- https://archive.ph/ASynz
- https://www.heise.de/tp/features/Bill-Gates-als-heimlicher-Medienmogul-6273016.html
- https://www.heise.de/news/Google-und-YouTube-wollen-Nutzer-gegen-Desinformation-schuetzen-7360882.html
- https://www.derstandard.at/story/2000140360940/elon-musk-an-der-twitter-spitze-eine-gefahr-fuer-den
- https://archive.vn/9p6uc
- http://blog.fefe.de/?ts=9d6666ad