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10. Aug. 2023

Entwicklung der Gesellschaft

Mit Kindern sieht man die Welt mit anderen Augen. Man bleibt neugieriger, sieht auch Trends aufsteigen und fallen, bemerkt auch gesellschaftliche Wandlungen wenn man sich darauf einlässt.
Durch die Absteckung der Palette von Präpubertär und Kleinkind sehe ich wohin die Reise geht. Die Interaktion der Kinder mit ihrer Umwelt zeigt einen eklatanten Wandel auf. Es wird viel gejammert, daß Schulen nur noch altes Wissen vermitteln und nicht auf der Höhe der Zeit sind. Es wird vermittelt, daß die Sitten roher werden und die Jugend nichts mehr taugt.
Beobachtet man die Situation etwas genauer, muss eine Differenzierung erfolgen. Beispielsweise die Schule – im ländlichen, fränkischem Raum kann ich die Aussage, die Schule vermittle nur unnützes Wissen, nicht bestätigen. Zwar sind die Schulen nicht mit High-Tech ausgestattet, doch die Lehrmethoden zielen auf die eigene Interaktion aus, was ich persönlich begrüße. So wird das Schreiben gelernt und durch Hausaufgaben, die zum Nachahmen und auch Nachdenken anregen, verinnerlicht. Auch die Mathematikaufgaben der Älteren sind zwar noch fast genauso wie wir sie in der Schule hatten, aber eben auch dort – durch Fallbeispiele wird gerechnet und somit in den Alltag eingebunden.
Zwei Beispiele sind natürlich selektiv ausgewählt, gehe ich aber weiter sehe ich auch das die Kinder vielmehr bewältigen müssen. Englisch ab der 3. Klasse, erste leichte physikalische Auseinandersetzung in der 4. Klasse – ich kann mich in meiner Schulzeit nicht an so ein rasches Vorgehen erinnern.
Der springende Punkt in den Gemeinden hier ist, daß die Schüler da auch mitziehen. Alle sind der deutschen Sprache mächtig (auch die Kinder der syrischen Familien), alle sind lernbereit und bekommen zuhause den Grundstock sozialen Verhaltens vermittelt. Und während man in progressiven Kreisen sicherlich gerne darauf schimpft, daß so eine Konformität ja widerlich ist – darauf baut eine Gesellschaft. Gesellschaft ist ein Konsens von Grundregeln, der das Zusammenleben und -wirken ermöglicht. Die individuelle Entwicklung, kann ich in meinem Umfeld, auch entdecken. Das passiert in einem Maße, in welchem andere nicht gezwungen werden, daran teilzuhaben. Im Kindergarten gibt es ein Kind, welches sich seiner Rolle noch nicht bewusst ist. Von den Eltern gibt es da keinerlei Druck, im Kindergarten muss keine extra Bestärkung durchgeführt werden – das Kind kann einfach Kind sein. Und es funktioniert einfach.

Von der Sichtweise aus dem heimischen Bullerbü, hin in die realistische, globale Arbeitswelt. Mein Kollegenstamm sitzt in Europa, viele Arbeitskollegen aus der restlichen Welt.
In der IT Branche gibt es zwei Arten von Menschen. Die, die offen sind und neues Probieren, neue Wege gehen und Personen die Standards benötigen und alles nach Plan machen.
Sicherlich gibt es vielschichtigere Rollen, aber im großen und ganzen ist das meine Beobachtung über die Jahre. Nun stürmt die Generation 25+ an den Arbeitsmarkt, studiert, willig etwas zu tun. Doch ich beobachte auch, daß der Wille nur funktioniert, wenn die Wege vorgegeben sind. Läuft etwas außerhalb des gesteckten Rahmens, fehlt neben dem Verständnis wie Dinge generell funktionieren, auch der Wille sich Sachen anzunehmen. Im militärischen Stil nennt man das „Die Komfortzone verlassen“. Andere Wege gehen, evt. auch mal scheitern und daraus lernen. Neben diesen fehlendem Willen gibt es auch die Unbedarftheit mit welcher vielen von den jungen Leuten an Sachen rangehen. Es fehlt an grundlegendem Verständnis, wie Dinge funktionieren. Sei es in der IT, bei mechanischen Dingen, in der Ökonomie. Alles wird blind als gegeben wahrgenommen und wenn etwas nicht klappt – ja dann muss es jemand anderes richten – ein Experte.
Dabei tappt man weiter im Kreis, denn viele Experten erkennen zwar wie Dinge funktionieren, verstehen aber nur das eigene Marketing. So züchtete sich über die Jahre mehr und mehr eine geführte Gesellschaft, entfernt von allem Kontext eines guten Zusammenlebens.
Ein Konsens kann nur entstehen, wenn auch Dinge angepackt werden von Leuten, die verstehen wie Dinge funktionieren. Sind die Leute die Mehrheit, ist es eine Demokratie – sind es nur noch wenige, eine Hegemonie, sind es die Akteure, die verstehen sich als Experten zu verkaufen und zu lenken – dann die Oligarchie.

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