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12. Apr. 2023

Schwert oder Feder?

Eine interessante Diskussion in Reddit. Was ist mächtiger, der Füller oder das Schwert?

 

Eine Debatte, welche Jahrhunderte alt ist und heute immer noch Gemüter spaltet. Es ist eine philosophische Frage, welche auf einem Henne – Ei Problem fußt.

Würde es Schwerter geben, würde man nicht Erlasse niederschreiben? Würde es die Feder geben, müsste kein Schwert existieren?

 

Eine Gesellschaft besteht aus einem Geflecht von Moral, Normen und einem ethischen Kodex – und als grober Rahmen um das geschriebene Gesetz, wenn die vorigen Ansichten nichtzutreffend auf das Individuum ist. Utopisch gesehen umfasst eine Gesellschaft in der die ersten drei Punkte ausreichen und jedes Mitglied hält sich daran. Wenn diese Utopie funktioniert, ist weder Feder noch Schwert erforderlich. Doch was passiert mit Nicht-Mitgliedern einer Gesellschaft, welche unter anderen Aspekten aufgewachsen sind? Was passiert mit Mitgliedern die den gesellschaftlichen Konsens hinterfragen und rebellieren?

Im Zuge der Entwicklung des Menschen wurde als erstes die Keule bemüht. Wer in der Gruppe nicht spurte, wurde ausgeschlossen oder wortwörtlich rausgeprügelt und war auf sich alleine gestellt. In kleinen Verbänden konnte das noch für Ordnung sorgen (Angst bindet Menschen an Regeln), doch auf Dauer funktioniert es natürlich nicht. Je größer die Familien, Clans und am Ende Dörfer wurden, auch mit unterschiedlichen Berührungspunkten zu anderen Familien/Clans/Dörfern, desto mehr entwickelte sich aus dem gewalttätigen „Regelverstärkern“ eine Diplomatie. Und auch wenn diese Diplomatie auf Worten beruhte, es wurde mündlich ein Regelwerk für umfassende Verbände festgelegt. Sozusagen die Feder, welche den Menschen leitet. Und wieder kehren wir an den Anfangspunkt zurück – die Feder gilt als vierte Position einer Gesellschaft, doch wie handhabt man die (Nicht-)Mitglieder welche sich nicht daranhalten wollen und den Konsens, dem andere zugestimmt haben, missachten? Heutzutage ist das Schwert das Gefängnis.

 

Blickt man auf historische Schriften (Edda, Rigveda, Bibel, Tora etc.) erkennt man, dass dies die erste niedergeschrieben Norm war. Wie sollen wir uns verhalten? Wie agieren wir mit Mitmenschen in einer Gesellschaft und außerhalb der Gesellschaft? Verbunden mit einer höheren Macht (Bibel: Gott wird bestrafen) oder auch mit gesellschaftlicher Ächtung (Edda: Thing um Vergehen zu ächten). Die Feder dient also als Kleber einer Gesellschaft, wie wir sie heute kennen und die auch erst durch diese Schrift entstehen konnte.

 

Die gestellte Frage ist, wie steht die Feder zu dem Schwert? Können beide abgeschafft werden? Persönlich erachte ich ein klares Nein, denn der Mensch schafft es nicht auf Dauer eine Utopie aufrecht zu erhalten und versucht durch Regelbrüche und Hinterfragen Normen zu verschieben. In einem gewissen Radius ist das auch in Ordnung, doch hier gibt es Grenzen.

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