In meinen Jugendjahren habe ich viel nebenher gearbeitet und auch unbequeme Arbeiten angenommen. Auch in meiner Zeit als Arbeitsloser, habe ich kurzerhand sogenannte Knochenjobs angenommen, nur um kein Arbeitslosengeld zu kassieren. Ich war nicht wählerisch und wollte nur arbeiten. Nebenher dann auch geschaut, wieder in das Büro-Arbeitsleben zu kommen. Der Unterschied zu heute, in den 00er Jahren war es noch gut so zu handeln. Klar gab es mal ab und zu Kommentare wie „wieso arbeitest Du dort, du bist doch BLABLABLA“ oder „solche Jobs machen doch nur die ungelernten“… ich konnte diesen Kommentaren nichts abhaben. Für mich war es ein Affront, die Leute die wirkliche Arbeit durchführen, als „niedere“ Kaste einzustufen. Denn ich habe früh schon erkennen dürfen, was eine Gesellschaft zusammenhält. Es ist nicht das Papier der uns vorschreibt wie/wo/was zu tun, sondern es sind alle Personen, die aktiv daran arbeiten, daß alles so läuft. Es ist der Zeitungsausträger, der Müllmann, die Putzfrauen, die Verkäuferinnern in den Supermärkten, welche jeden Tag aufs neue aufstehen und die „Büromenschen“ mit allem Versorgen, was sie brauchen. Richtig gelesen – ohne diese Leute, die unsere Straßen aufräumen, die hart arbeiten damit das Internet zu uns kommt und wir arbeiten können – ohne diese Leute gäbe es nichts für uns zu tun. Und ich finde, daß die Wertschätzung in den letzten Jahren erheblich gesunken ist. Gefühlt hat nun jeder ein Abi/Studium und schimpft auf das niedere „Volk“, welche am besten nichts zu sagen haben. Das Elfenbeinturm-Denken ist auch in der Mittelklasse angekommen. Doch es wird immer eins vergessen – ohne den Arbeiter, kann die Mittelklasse nicht bestehen. Eines versuche ich mir immer wieder ins bewusstsein zu rufen – vergesst nie, wo ihr herkommt! Jeder hat seinen Weg, jeder hat seine Herkunft die man schätzen muss. Und jede Arbeit, egal wie nichtig sie einem erscheint, ist wichtig für unser gmeinsames Leben. Und man sollte immer daran denken – die Bullshit Jobs bestehen sehr meist nur im Bereich der Verwaltung-/Büroarbeit.
Gesellschaftlicher Wert
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