Anfang des Jahres hatte ich meinen ganz persönlichen Japan-Moment und wollte meine analoge Welt in die japanische Notiz- und Kalenderkultur eintauchen lassen. Nach rund 6 Monaten Nutzung möchte ich nun mein Fazit dazu abgeben.
Das Prinzip des Hobonichi Techo
Das Hobonichi Techo folgt einem klaren Prinzip, das ich im Modell Cousin kennengelernt habe. Es bietet eine Unterteilung in eine Tageszeitleiste und eine eigene Seite für jeden Tag.
Die Trennung von Terminen und Tagebuch ist ein interessanter Ansatz für Vielschreiber. Termine werden in der Zeitleiste erfasst, während Eindrücke und Notizen auf den entsprechenden Tagesseiten Platz finden. Soweit, so gut. Jedoch stieß ich auf eine Schwierigkeit, die auch für Tagebuchschreiber relevant ist: Wenn ich meinen Terminkalender mitnehme, möchte ich mein „privates“ Buch zuhause lassen. Doch was passiert, wenn ich es verliere oder es liegenlasse? Die Vorstellung, dass jemand anderes darin herumstöbert, erschreckt mich sehr.
Ein weiteres Problem, das ich feststellte, war die Größe der Zeitleiste in der A5-Variante. Sie scheint eher für Menschen geeignet zu sein, die klein schreiben. Ich musste mir einen 0,3mm-Stift besorgen, um überhaupt etwas eintragen zu können. Mit normalen 0,5mm-Stiften wurde das Schreiben wirklich unansehnlich. Außerdem reagiert das Papier recht empfindlich auf Tinte.
Eine letzte Kleinigkeit, die man dem Hersteller nicht vorwerfen kann, ist die Anpassung an den deutschen Markt. Die Mondphasen, Feiertage und Tagesphrasen sind auf Japanisch und nicht auf den deutschen Markt abgestimmt. Das hinterlässt bei mir am Ende doch ein gewisses „fremdes“ Gefühl, aber das ist kein Fehler des Herstellers. Der deutsche Markt dürfte eher ein Nischenmarkt für das Hobonichi Techo sein.
Das Prinzip des Leuchtturm1917 Wochenkalenders
Ich nutze den Leuchtturm1917 Wochenkalender bereits seit mehreren Jahren. Das Prinzip ist recht einfach: eine Wochenübersicht ohne Zeitleiste (also freies Eintragen) und eine ganze Seite für Notizen und Listen pro Woche. Diese Aufteilung gefällt mir wesentlich besser, was jedoch auch am Gesamtsystem liegt. Dazu später mehr.
Das Papier im Leuchtturm1917 verträgt sowohl Tinte als auch Gelstifte, ohne zu verschmieren. Zudem macht das Papier für mich einen hochwertigeren Eindruck, was die Archivierung angeht.
Fazit
Das Testen des Hobonichi-Systems war eine gute Erfahrung. Wer das „Lifebook“-System lebt, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Ich persönlich ziehe jedoch die Trennung von Terminen (mobil) und Tagebuch (lokal) vor, auch weil ich parallel das 5-Jahres-Buch von Leuchtturm verwende. Diese Kombination funktioniert für mich am besten.