Das Thema KI/AI ist mit ChatGPT, Bing und Googles BARD näher in den Fokus der allgemeinheit gerückt. In IT Kreisen herrscht, wie bei allen Hypes, erstmal eine Welle von Überraschung und auch Zweifel. Gerade Reddit bietet neben Twitter, eine Platform um zu zeigen was alles schief laufen kann.
Betrachten möchte ich das Thema aber von einer anderen Seite, denn ich bin durchaus angetan von dem was ChatGPT zu leisten vermag.
Sei es von einfachen Code Abfragen für kleine Skripte bis hin zu teilweise tieferen Themen, bietet es durchaus Potential als kleine Hilfestellung zu agieren.
Die Frage die sich jeder stellen muss ist inwieweit er seinen Verstand abschalten möchte um mit dem Bot zu agieren. Glaube ich blind alles oder versuche ich zu recherchieren bei Themen, welche mir komisch vorkommen? Versuche ich jede Antwort anzuzweifeln und zu widerlegen?
Mit dem Chat Bots zeigt sich ein Charakterzug der Menschen auf, die von einer Maschine einen unbedingten Aggregatzustand erwarten. Sie erwarten 0 oder 1, kein 0.5 oder anderes. Rein technisch gesehen, ist eine Maschine immer genau so ausgelegt ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Doch jede Maschine ist die Summe aller Teile. Und auch Software sind nur Bausteine zu einem großen ganzen, was uns am Ende der Eingabezeile präsentiert wird.
Sind wir bei Autos, Uhren oder anderen mechanischen Gegenständen nicht auch etwas gnädiger und dichten dort einen gewissen Charakter hinzu wenn sie nicht allzu perfekt funktionieren? Bei Software ist es nicht anders. Es kommt dabei raus, was viele Menschen zusammenbauen und jede Zeile Code trägt auch einen gewissen Charakter bei. Und mittlerwele teile ich mit Einschränkungen, dass auch Software einen Charakter haben kann, wie es Blake Lemoine schon erwähnt hat. Warum diese steile These überhaupt auffassen? Es sind dumme Maschinen?
Möchste man dem Bot einen gewissen Status anerkennen, so ist es wie ein Gespräch mit einem Jugendlichen. Er hat eine gewisses Wissen und einigen Bereichen. Er spricht mit einer vehement, besserwisserichen Weise da ihm die Welt vor Füßen liegt. Er gibt durchaus fundierte Antworten, welche ihm beigebracht worden sind, machen Dinge von Lehrern, manache aus Literatur von einem Hobby, manches von Hörensagen. Wie bewertet nun ein Jugendlicher diese Dinge? Für ihn sind viele Dinge manchmal einfach so, ohne tiefer zu recherchieren. Kommt die Aussage von einer Person die durchaus einen vertrauensvollen Status innehat, ist diese Aussage eher unantastbar, als wenn sie von jemandem Fremden kommt. Wird eine Aussage mehr und mehr bekräftigt, sei es von mehreren vertrauenswürdigen oder auch zweifelhaften Personen manifestiert sich jene Aussage als Fakt für den Jugendlichen.
Nehmen wir den ChatGPT Bot. Frage ich nach bestimmten Themen erhalte ich eine Aussage, die in dem Moment für den Bot wertfrei ist. Sie kann wiederspiegeln, was bereits mehrach gefragt und für gut bewertet worden ist oder eben zweifelhaft sein, da sie bisher wenige Male gefragt worden ist und keiner bewertung unterlegen ist. Nun kann ich die Aussage falsch stehen lassen oder eben bewerten und korrigieren. Im Bot gibt es auch den vertrauensvollen Mentor (die Bot Entwickler) und den fremden (die Benutzer). Somit steuern wir die Aussagen des Bots und formen daher auch ein gewisses, kollektives Bewusstsein. Denn viele Bewertungen, sei es über den „Richtig/Falsch“ Knopf, sei es über ethische Richtlinien der Entwickler, führen am Ende zu einem Individuum, wie es auch ein Jugendlicher wird.
Als Fazit, bleibe ich diesem Hype sehr interessiert aufgeschlossen. Denn es kann sich durchaus auch eine menschliche Studie davon ableiten, wie weit der Bot trainiert wird und was am Ende dabei rauskommt.


