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Erwartungen

Dieses Jahr ist viel passiert, privat wie auch politisch. Der Ukraine-Russland Krieg ist weiterhin im vollem Gange, das Heizungsgesetz wurde verabschiedet, die Maut wird erhöht was teurere Lebensmittel/Konsumgüter bedeutet, die Inflation steigt weiterhin, Energiepreise erhöhen sich munter weiter.

Viel Dystopie wird wahr und wenn man ehrlich in die Zukunft blickt bleibt es nicht dabei. Es wird sich einiges ändern und als solider Mittelständler wird langsam klar, daß die sorglosen Jahre vorbei sind.
Ich habe den Blick privat auf einen Fall gelegt, der wie sich herausstellt, durch das soziale Netz fällt. Anträge etc. werden nicht bearbeitet da die zugeschriebene Rente zu hoch ausfällt als es die Bemessungsgrenze ist (liegt unter dem Existenzminimum). Aufstockung unmöglich. Erwerbsunfähigkeitsrente wird nicht erteilt, da sie um 1% unter der „Behindertenrate“ liegt. Ämter helfen nicht weiter, sie verweisen auf bereits getätigte Entscheidungen, die aber längst durch neue Arztbriefe etc. widerlegt sind.
Ich könnte noch viel weiteres aufzählen was aktuell und die letzten Jahre so schief läuft.

Nun blicke ich auf meine Familie. Kompliziert, nicht der Norm entsprechend. Wir ziehen unsere Kinder mit Erwartungshaltung auf. Nicht im Sinne von Leistung und Produktivität, sondern moralischen und ethischen Erwartungen. Auf dem Land ist das zum Glück weites gehend die Norm, im städtischen Vorort war es das nicht (und hier sprechen wir am Ende immer noch von Provinz). Diese Erwartungen sind an Familien- wie auch öffentlichem Leben gekoppelt. Das heißt Bitte-Danke, älteren den Vorrang lassen, Situationen bewerten (soweit möglich) und ggf. eingreifen/helfen, den schwächeren Beistehen, niemanden diskreditieren etc. gilt in beiden Lebenslagen. Gerade bei Kindern ein schweres Unterfangen, da sie stets lernen und testen. Aber die Resultate sprechen oft für sich.
Nun sehe ich Artikel in denen Jugendliche und junge Erwachsene erstochen werden, die helfen. Oder Helfer wegen Gewaltanwendung verurteilt werden. Welche Erwartungshaltung herrscht hier vor? Helfe ich, muss ich rechen ermordet zu werden. Nun versuche ich nicht immer das „früher-war-alles-besser“ Argument zu ziehen, doch wenn in unserer Sturm und Drang Zeit etwas los war, hatten wir nie das Gefühl wir werden gleich erstochen oder ermordet. Und ich war in anderen Kreise unterwegs, als so manch wohlbehüteter Rebell. Zwar gab es bei uns schon diese Romantik nicht mehr, wer am Boden liegt – Feierabend, aber es gab keine exzessiven Kopftritte die einen Tod in Kauf nehmen. Und mit 12-13 gab es das erst recht nicht – wir fingen mit diesem Blödsinn mit 16-17 an. Auch an Anzeigen wegen Hilfe mit Gewaltanwendung (wenn jemand eine Frau betatscht und auf mehrmaliges Ermahnen und auf Seite stellen nicht reagiert wurde auf dem Land nicht lang gefackelt) kann ich mich nicht erinnern – und das kam sowieso sehr selten vor.

Die Frage stellt sich, was gebe ich meinen Kindern mit? Helft nicht, denn Staat und Gesellschaft lassen euch im Stich? Seht weg und lasst andere Leute ihr Geschäft machen? Höflichkeit zahlt sich nicht mehr aus, da kaum jemand noch einen Kompass in diese Richtung hat?
Welche Erwartungen hat man an diese Gesellschaft?

Deutschland – wo willst du hin?

Normalerweise wollte ich in diesem Blog nur kurze Meinungsschnipsel loswerden, aber die Reise ins nahe Dänemark und die durchaus wilde Odyssee verleitet mich zu diesem Beitrag.

Fangen wir mit einem kurzem Rundumschlag zum Thema Service an. Unser Auto verweigert pünktlich einen Tag vor Urlaubsstart den Dienst. Also die gelben Engel angerufen (immerhin 20 Jahre Kunde mit einer Handvoll Anrufen bis dato) zur kurzen Analyse. Analyse hat stattgefunden aber da wir nicht 100km vom Heimatort entfernt sind, keine Chance auf ein Auto. Als Tip bekamen wir die Info, fahrt einfach los und nach 100km ruft ihr wieder an. Klappt dann soweit. Mit etwas mulmigen Gefühl, allerdings mit dem Wissen das kein Anbieter auf die Schnelle ein Leihauto für eine Großfamilie hat, folgten wir den Rat des gelben Engels. Wie zu erwarten passierte schon kurz vorher die Panne und wir waren gestrandet. Ein weiterer Anruf erfolgte und wir wurden auch abgeschleppt zur Servicestation, doch dann begann die sog. Servicewüste. Weitere Leistungen werden verweigert, da der Kollege am Vortag mit angewiesen hat, sofort in die Werkstatt zu fahren. Soweit so gut. Vom durchaus freundlichem und gewillten Mitarbeiter vor Ort erhielt ich die Rufnummer des Plus Schutzbriefes. Schon die Durchsage war erheiternd – es Ferienzeit und wir haben nicht genügend Kapazitäten. Ok, Urlaubssituation verstehe ich – obwohl es ja kein spontanes Ereignis ist und man hätte ja durchaus etwas Planen können – und so wartet ich knappe 5 Minuten bis ich einen Mitarbeiter am Telefon hatte. Er hörte sich auch an, mittlerweile 18.00 Uhr (wir starteten um 15.00 Uhr), dass wir mit einigen Kindern in der Ödnis gestrandet sind und wir eine Lösung brauchen. Ebenso wies ich den Mitarbeiter auf die Aussage hin und auch auf meine Gewilltheit die Kosten zu übernehmen – nur wir wollten nach Hause. Er verstand, zumindest sagte er das, meine Situation und versprach Klärung mit Rückruf. Dieser ist auch nach unserem Urlaub nicht erfolgt. Soweit so gut – Urlaubszeit hin oder her. Die gelben Engel bieten einen Service an, den sie nicht einhalten können. Das Gegenstück ist die Versicherung mit Schutzbrief – ein Anruf um 20:00 Uhr, Rückruf um 20:50 Uhr (Sonntag IN DER FERIENZEIT) mit Lösungsvorschlag. Es geht also. Um 22:00 Uhr waren wir mit Auto und Kindern zu Hause. Wenn man will, geht es. Achja, ein Leihauto kann bei den großen Anbietern nicht aufgetrieben werden, sollte ich privat eines finden werden die Kosten übernommen. Am 21.08 (einen Tag nach geplantem Urlaubsstart) kamen wir mit einem Leihauto am Ziel an. Kostenübernahme? Erfolgt und problemlos (O-Ton Mitarbeiter – ihr Budget lässt das zu, die letzten 19 Jahre ohne größere Schäden, da geht was) – es geht also wenn man will.

Kommen wir zu Punkt zwei – die Anbieter von Leihautos. Wir mussten feststellen, daß ein Van sehr schwer aufzutreiben ist. Unter der Hand wird die Schuld an die Autohersteller geschoben, da sie die großen Fahrzeuge nicht mehr anbieten wollen/können. Jedenfalls sind wir am 21.08 in der frühe fündig geworden und haben beim Anbieter (den Namen kann man ruhig nennen – check24/Budget) einen Van gefunden. Buchung und Bestätigung kamen und so – ab ins Auto und 50km gefahren. Die Buchung erfolgte um 09.20 Uhr – Abholung um 13.00 Uhr. Kurz vor 13.00 Uhr ging ich ins Büro und wollte das Auto holen. Mit etwas verwunderten Augen blickte mich die Mitarbeiterin an und sagte mir – es gibt kein Auto. Die nächsten Worte waren wie folgt: „Oh, jetzt sehe ich ihre Buchung. Naja, wurde über check24 gemacht, die Bestätigen immer gerne alles. Oh, war ja auch schon um kurz nach 09 Uhr. Hm…“. Auf das „Hm..“ frage ich, was eig. das Problem ist dann beim Kunden anzurufen und eben zu sagen das es nicht geht. Auch hier warte ich noch bis heute auf eine Antwort. Letztendlich hat es ein privater Anbieter mit sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl möglich gemacht.

Im Urlaubsziel Dänemark angekommen fällt mir die Einfachheit von vielen Dingen auf. Überall Kartenzahlung möglich, Parken problemlos mit App und Verlängerung. Habe ich schon LTE (voller Empfang) in JEDER Ecke erwähnt. Am Ende haben wir nicht einen Cent Bargeld in der Hand und konnten beim kleinsten Bäcker, auf einem Streetfood Festival an jeder Bude und in jedem Museum bequem mit Karte alles zahlen. Straßenqualität und anderweitige Dinge wie Freundlichkeit, Servicebereitschaft, Hilfsbereitschaft und saubere Städte und Dörfer taten ihr übriges. Die Rückfahrt hat mir vor Augen geführt wie heruntergekommen Deutschland mittlerweile ist.

Entwicklung der Gesellschaft

Mit Kindern sieht man die Welt mit anderen Augen. Man bleibt neugieriger, sieht auch Trends aufsteigen und fallen, bemerkt auch gesellschaftliche Wandlungen wenn man sich darauf einlässt.
Durch die Absteckung der Palette von Präpubertär und Kleinkind sehe ich wohin die Reise geht. Die Interaktion der Kinder mit ihrer Umwelt zeigt einen eklatanten Wandel auf. Es wird viel gejammert, daß Schulen nur noch altes Wissen vermitteln und nicht auf der Höhe der Zeit sind. Es wird vermittelt, daß die Sitten roher werden und die Jugend nichts mehr taugt.
Beobachtet man die Situation etwas genauer, muss eine Differenzierung erfolgen. Beispielsweise die Schule – im ländlichen, fränkischem Raum kann ich die Aussage, die Schule vermittle nur unnützes Wissen, nicht bestätigen. Zwar sind die Schulen nicht mit High-Tech ausgestattet, doch die Lehrmethoden zielen auf die eigene Interaktion aus, was ich persönlich begrüße. So wird das Schreiben gelernt und durch Hausaufgaben, die zum Nachahmen und auch Nachdenken anregen, verinnerlicht. Auch die Mathematikaufgaben der Älteren sind zwar noch fast genauso wie wir sie in der Schule hatten, aber eben auch dort – durch Fallbeispiele wird gerechnet und somit in den Alltag eingebunden.
Zwei Beispiele sind natürlich selektiv ausgewählt, gehe ich aber weiter sehe ich auch das die Kinder vielmehr bewältigen müssen. Englisch ab der 3. Klasse, erste leichte physikalische Auseinandersetzung in der 4. Klasse – ich kann mich in meiner Schulzeit nicht an so ein rasches Vorgehen erinnern.
Der springende Punkt in den Gemeinden hier ist, daß die Schüler da auch mitziehen. Alle sind der deutschen Sprache mächtig (auch die Kinder der syrischen Familien), alle sind lernbereit und bekommen zuhause den Grundstock sozialen Verhaltens vermittelt. Und während man in progressiven Kreisen sicherlich gerne darauf schimpft, daß so eine Konformität ja widerlich ist – darauf baut eine Gesellschaft. Gesellschaft ist ein Konsens von Grundregeln, der das Zusammenleben und -wirken ermöglicht. Die individuelle Entwicklung, kann ich in meinem Umfeld, auch entdecken. Das passiert in einem Maße, in welchem andere nicht gezwungen werden, daran teilzuhaben. Im Kindergarten gibt es ein Kind, welches sich seiner Rolle noch nicht bewusst ist. Von den Eltern gibt es da keinerlei Druck, im Kindergarten muss keine extra Bestärkung durchgeführt werden – das Kind kann einfach Kind sein. Und es funktioniert einfach.

Von der Sichtweise aus dem heimischen Bullerbü, hin in die realistische, globale Arbeitswelt. Mein Kollegenstamm sitzt in Europa, viele Arbeitskollegen aus der restlichen Welt.
In der IT Branche gibt es zwei Arten von Menschen. Die, die offen sind und neues Probieren, neue Wege gehen und Personen die Standards benötigen und alles nach Plan machen.
Sicherlich gibt es vielschichtigere Rollen, aber im großen und ganzen ist das meine Beobachtung über die Jahre. Nun stürmt die Generation 25+ an den Arbeitsmarkt, studiert, willig etwas zu tun. Doch ich beobachte auch, daß der Wille nur funktioniert, wenn die Wege vorgegeben sind. Läuft etwas außerhalb des gesteckten Rahmens, fehlt neben dem Verständnis wie Dinge generell funktionieren, auch der Wille sich Sachen anzunehmen. Im militärischen Stil nennt man das „Die Komfortzone verlassen“. Andere Wege gehen, evt. auch mal scheitern und daraus lernen. Neben diesen fehlendem Willen gibt es auch die Unbedarftheit mit welcher vielen von den jungen Leuten an Sachen rangehen. Es fehlt an grundlegendem Verständnis, wie Dinge funktionieren. Sei es in der IT, bei mechanischen Dingen, in der Ökonomie. Alles wird blind als gegeben wahrgenommen und wenn etwas nicht klappt – ja dann muss es jemand anderes richten – ein Experte.
Dabei tappt man weiter im Kreis, denn viele Experten erkennen zwar wie Dinge funktionieren, verstehen aber nur das eigene Marketing. So züchtete sich über die Jahre mehr und mehr eine geführte Gesellschaft, entfernt von allem Kontext eines guten Zusammenlebens.
Ein Konsens kann nur entstehen, wenn auch Dinge angepackt werden von Leuten, die verstehen wie Dinge funktionieren. Sind die Leute die Mehrheit, ist es eine Demokratie – sind es nur noch wenige, eine Hegemonie, sind es die Akteure, die verstehen sich als Experten zu verkaufen und zu lenken – dann die Oligarchie.

Hobonochi Techo und Leuchtturm1917

Anfang des Jahres hatte ich meinen ganz persönlichen Japan-Moment und wollte meine analoge Welt in die japanische Notiz- und Kalenderkultur eintauchen lassen. Nach rund 6 Monaten Nutzung möchte ich nun mein Fazit dazu abgeben.

Das Prinzip des Hobonichi Techo

Das Hobonichi Techo folgt einem klaren Prinzip, das ich im Modell Cousin kennengelernt habe. Es bietet eine Unterteilung in eine Tageszeitleiste und eine eigene Seite für jeden Tag.

Die Trennung von Terminen und Tagebuch ist ein interessanter Ansatz für Vielschreiber. Termine werden in der Zeitleiste erfasst, während Eindrücke und Notizen auf den entsprechenden Tagesseiten Platz finden. Soweit, so gut. Jedoch stieß ich auf eine Schwierigkeit, die auch für Tagebuchschreiber relevant ist: Wenn ich meinen Terminkalender mitnehme, möchte ich mein „privates“ Buch zuhause lassen. Doch was passiert, wenn ich es verliere oder es liegenlasse? Die Vorstellung, dass jemand anderes darin herumstöbert, erschreckt mich sehr.

Ein weiteres Problem, das ich feststellte, war die Größe der Zeitleiste in der A5-Variante. Sie scheint eher für Menschen geeignet zu sein, die klein schreiben. Ich musste mir einen 0,3mm-Stift besorgen, um überhaupt etwas eintragen zu können. Mit normalen 0,5mm-Stiften wurde das Schreiben wirklich unansehnlich. Außerdem reagiert das Papier recht empfindlich auf Tinte.

Eine letzte Kleinigkeit, die man dem Hersteller nicht vorwerfen kann, ist die Anpassung an den deutschen Markt. Die Mondphasen, Feiertage und Tagesphrasen sind auf Japanisch und nicht auf den deutschen Markt abgestimmt. Das hinterlässt bei mir am Ende doch ein gewisses „fremdes“ Gefühl, aber das ist kein Fehler des Herstellers. Der deutsche Markt dürfte eher ein Nischenmarkt für das Hobonichi Techo sein.

Das Prinzip des Leuchtturm1917 Wochenkalenders

Ich nutze den Leuchtturm1917 Wochenkalender bereits seit mehreren Jahren. Das Prinzip ist recht einfach: eine Wochenübersicht ohne Zeitleiste (also freies Eintragen) und eine ganze Seite für Notizen und Listen pro Woche. Diese Aufteilung gefällt mir wesentlich besser, was jedoch auch am Gesamtsystem liegt. Dazu später mehr.

Das Papier im Leuchtturm1917 verträgt sowohl Tinte als auch Gelstifte, ohne zu verschmieren. Zudem macht das Papier für mich einen hochwertigeren Eindruck, was die Archivierung angeht.

Fazit

Das Testen des Hobonichi-Systems war eine gute Erfahrung. Wer das „Lifebook“-System lebt, ist hier sicherlich gut aufgehoben. Ich persönlich ziehe jedoch die Trennung von Terminen (mobil) und Tagebuch (lokal) vor, auch weil ich parallel das 5-Jahres-Buch von Leuchtturm verwende. Diese Kombination funktioniert für mich am besten.

Reddit Blackout und die Folgen

Nun ging es rum – das Schreckgespenst der Monetarisierung. Reddit stellt nun API Kosten im Juli auf und die Community startet mit einem Blackout (siehe https://www.heise.de/news/Protest-gegen-API-Preise-Grosser-Blackout-zwingt-Reddit-ueber-Stunden-in-die-Knie-9185504.html und https://www.windowscentral.com/software-apps/windows-11/reddit-blackout-protest-explained-why-are-subreddits-going-private).

Verkürzt gesagt, sind viele Moderatoren und Benutzer sauer, daß Drittanbieter Clients nicht mehr kostenfrei auf den Inhalt zugreifen und sie somit auch sowas wie „Werbefreiheit“ bekommen. Im Umkehrschluss könnte man sagen – die App Entwickler haben kleine Einnahmen, während Reddit die Last dazu trägt.Auch Twitter schlägt in eine ähnliche Kerbe und erhebt nun Kosten für den API Zugriff (https://www.wired.com/story/twitter-data-api-prices-out-nearly-everyone/).

Aber weiter zuvor, als Twitter von Musk übernommen wurde, gab es eine Protestbewegung zu dezentralisierten Alternativen wie Mastodon und, für Reddit, Lemmy. Kurzgesagt handelt es sich hier um Varianten der Webservices, welche aber von jedermann gehostet werden kann und auch zusammengeschlossen werden kann. Im Falle von Mastodon bspw. können tausende Microblog Services laufen und trotzdem gibt es eine große Timeline die alle anzeigt. Ähnlich verhält es sich bei Lemmy, welche nun als Reddit Alternative an den Start geht und hier auch unzählige einzelne Instanzen zusammenfasst.Was bei Mastodon noch etwas unter dem Radar lief, breitet sich bei Lemmy etwas öffentlicher aus – Moderatoren und Administratoren einzelner Instanzen fangen an zu blocken – ganze Instanzen, unliebsame Toots und Einträge. Jeder drängt auf eine gewisse Hausordnung und Haltung und es breitet sich ein kleine Retro Welle aus.Retro Welle? Ja, denn wir hatten die Situation schonmal. Einzelne BBS und Forenanbieter, gerade spezifisch im Nischen Bereich oder groß im Mainstream Themen Bereich – all das ging über die Jahre, im amerikanischen Raum in Reddit auf.

Und nun? Nun kommen sie wieder, der Name ist etwas anders aber am Ende sind es einzeln gehostete Instanzen einer Foren- oder Blogsoftware die mehr oder minder zugeschnitten ist. Zwar gibt es eine Schnittstelle alle Einträge auf allen Instanzen anzuzeigen, doch unterliegt es immer den Interessen der einzelnen Betreiber, wie ein jüngster Streit gerade zeigt (https://beehaw.org/post/567170). Es wird sich zeigen in welche Richtung die Entwicklung gehen wird. Mehr oder weniger wird es eine Aufsplittung von zentralen und dezentralen Instanzen geben. Die 90/00er lassen grüßen.

Apple Vision Pro

Gestern war die WWDC 2023 und was Apple da als „One more Thing“ vorgestellt hat, ist – und das sage ich als kritischer Apple beobachter – ein großer Schritt in die virtuelle Realität.
Vorab das Vorstellungsvideo:

https://www.youtube.com/watch?v=TX9qSaGXFyg

Nun, ich möchte mich auf die positiven Aspekte konzentrieren. Zum einen die Verschmelzung von digitaler und echter Welt. Es wird möglich werden mit Systemen zu interagieren ohne uns groß an sie anzupassen (Tastatur / Maus / etc). Wir können das System mit Augen, Stimme und Händen steuern und somit eine natürliche Schnittstelle nutzen. Für Bildschirmarbeiten perfekt und auch das, mittlerweile etabierte, Home-Office bekommt hier eine neue Dimension. Die Vision Pro wird, ähnlich wie das iPhone, wegweisend werden. Was Microsoft, Quest und Sony nicht geschafft haben, wird im Consumer Bereich Apple (mal wieder) vorantreiben. Natürlich muss man nun Werbung und Realität abwarten. Wird aber nur ein Bruchteil davon funktionieren, werden wir einen weiteren Schritt in die digitale Realität gehen.

Neben der Begeisterung auch einige Gedanken wie es uns negativ verändern könnte. Während die Corona Isolation schon einen Grundstein legte, wie wir sozial agieren, spaltet die Brille uns mehr ab. Abspaltung im Sinne von Isolation. Ist schon das Smartphone und Tablet ein Garant dafür, sich kaum noch aus dem Haus zu bewegen, so wird die Verschmelzung es voran treiben. Warum noch Kino? Warum noch Büro? Warum noch rausgehen, wenn Fotos mittlerweile so gut sind und uns in Melanchonie treiben lassen. Soziale Median wie Instagram, TikTok etc. werden nun „lebendig“ und laden ein nur noch auf der Couch zu verweilen. Und für die Bewegung weist uns dann eine weitere App hin. Ein Vorteil wird zum Nachteil – während wir uns nicht mehr auf die Technik einlassen müssen, steuert uns die Technik im Nachhinein. Der Block mit den Kinderfotos spricht auch Bände – möchte ich meine Familie nur noch mit Brille wahrnehmen (was ja heute schon ein Problem mit Smartphones ist)? Ich sehe meine Kinder nur noch als „Aufnahmeobjekt“ und lebe in Melanchonie wenn ich mir die Aufnahmen dann später ansehe.

Es bleibt spannend in welche Richtung das ganze driften wird.

Uhren und ihre Geschichte

Mein Uhrenfaible beruht auf zwei Statuten – robust (um jederzeit aus dem Helikopter in die Antarktiks springen zu können -> schon 0mal passiert) und eine gute Wertschöpfung (Manufaktur). Einiges wurde schon probiert, Stiltechnisch bin ich noch nicht ganz 100% angekommen habe aber mittlerweile zwei treue Begleiter.

Nun würde mich mal interessieren, welche Uhrengeschichten ihr so berichten könnt. Auf Instagram gibts einen Post dazu. Meine Mudmaster GWG-1000 hat mich schon auf einigen Hindernisläufen begleitet, ist auf jeder Wandertour mit dabei, durfte schon in der Nacht Temperatur am Rucksack messen (-15°C als Rekord) und ist eigentlich ein treuer Begleiter. Etwas dünner und sie wäre meine einzige Uhr 🙂
Die Damasko DK32 ist die tägliche Uhr im zivilen Leben. Robust, zeitloses Design und mit hoher Manufaktur (fast alles direkt in Deutschland erstellt, eigenes Uhrwerk etc.)

Erzählt doch mal eure Uhrengeschichte…

Schwert oder Feder?

Eine interessante Diskussion in Reddit. Was ist mächtiger, der Füller oder das Schwert?

 

Eine Debatte, welche Jahrhunderte alt ist und heute immer noch Gemüter spaltet. Es ist eine philosophische Frage, welche auf einem Henne – Ei Problem fußt.

Würde es Schwerter geben, würde man nicht Erlasse niederschreiben? Würde es die Feder geben, müsste kein Schwert existieren?

 

Eine Gesellschaft besteht aus einem Geflecht von Moral, Normen und einem ethischen Kodex – und als grober Rahmen um das geschriebene Gesetz, wenn die vorigen Ansichten nichtzutreffend auf das Individuum ist. Utopisch gesehen umfasst eine Gesellschaft in der die ersten drei Punkte ausreichen und jedes Mitglied hält sich daran. Wenn diese Utopie funktioniert, ist weder Feder noch Schwert erforderlich. Doch was passiert mit Nicht-Mitgliedern einer Gesellschaft, welche unter anderen Aspekten aufgewachsen sind? Was passiert mit Mitgliedern die den gesellschaftlichen Konsens hinterfragen und rebellieren?

Im Zuge der Entwicklung des Menschen wurde als erstes die Keule bemüht. Wer in der Gruppe nicht spurte, wurde ausgeschlossen oder wortwörtlich rausgeprügelt und war auf sich alleine gestellt. In kleinen Verbänden konnte das noch für Ordnung sorgen (Angst bindet Menschen an Regeln), doch auf Dauer funktioniert es natürlich nicht. Je größer die Familien, Clans und am Ende Dörfer wurden, auch mit unterschiedlichen Berührungspunkten zu anderen Familien/Clans/Dörfern, desto mehr entwickelte sich aus dem gewalttätigen „Regelverstärkern“ eine Diplomatie. Und auch wenn diese Diplomatie auf Worten beruhte, es wurde mündlich ein Regelwerk für umfassende Verbände festgelegt. Sozusagen die Feder, welche den Menschen leitet. Und wieder kehren wir an den Anfangspunkt zurück – die Feder gilt als vierte Position einer Gesellschaft, doch wie handhabt man die (Nicht-)Mitglieder welche sich nicht daranhalten wollen und den Konsens, dem andere zugestimmt haben, missachten? Heutzutage ist das Schwert das Gefängnis.

 

Blickt man auf historische Schriften (Edda, Rigveda, Bibel, Tora etc.) erkennt man, dass dies die erste niedergeschrieben Norm war. Wie sollen wir uns verhalten? Wie agieren wir mit Mitmenschen in einer Gesellschaft und außerhalb der Gesellschaft? Verbunden mit einer höheren Macht (Bibel: Gott wird bestrafen) oder auch mit gesellschaftlicher Ächtung (Edda: Thing um Vergehen zu ächten). Die Feder dient also als Kleber einer Gesellschaft, wie wir sie heute kennen und die auch erst durch diese Schrift entstehen konnte.

 

Die gestellte Frage ist, wie steht die Feder zu dem Schwert? Können beide abgeschafft werden? Persönlich erachte ich ein klares Nein, denn der Mensch schafft es nicht auf Dauer eine Utopie aufrecht zu erhalten und versucht durch Regelbrüche und Hinterfragen Normen zu verschieben. In einem gewissen Radius ist das auch in Ordnung, doch hier gibt es Grenzen.

Ängste um KI

KI wird uns alle ersetzen.

KI kostet uns Jobs.

KI wird die Gesellschaft verändern

Viele Ängste treibt es gerade in die Medien, was KI alles mit uns anstellen wird. Vom Ersatz der Arbeitskraft, bis hin zum Gesellschaftszusammenbruch ist alles dabei.

Blickt man allerdings etwas tiefer, erkennen wir eine alte Urangst des Menschen, der alles neue Verteufelt und es nicht schafft, die Nuancen und Chancen zu erkennen. Und es treibt eine andere, uralte Urangst der neuen Gesellschaft die voller Individualisten ist, voran – die Angst zu erkennen, dass man stückweise Berechenbar ist.

Was ist KI? KI ist eine Funktion die gelernt hat, mit einer riesigen Datenbasis umzugehen und auf Stichwörtern Relationen zu erstellen und diese zusammen kopieren, damit sie auf eine Frage reagieren kann. Kurzgesagt – eine Suchmaschine die stückweise ein Verständnis einer Frage hat.

Was kann sie aktuell nicht – dauerhaft pro-aktiv agieren. Sie wird keine Systeme überwachen und auf neue Situationen reagieren können, die nicht in ein bestimmtes Muster fallen – da es die Muster noch nicht kennt.

Fragen wir uns, warum wir in unserer Gesellschaft so viel Angst davor haben? Auf den ersten Blick wirft die KI einige gute Antworten hin, beantwortet sogar Testfragen und erlangt Zertifizierungen, doch auch diese sind gelerntes Wissen. Doch viel mehr als dass, steckt wie auch beim Tracking eine Angst dahinter, die wir als individualistische Gesellschaft wie den Tod fürchten – das Verhalten wirkt berechenbar und setzt somit unseren einzigartigen Status in einen Vergleich.

Die KI gibt Antworten auf viele Fragen und liegt teilweise oft nahe an der Wahrheit oder glänzt mit Wissen. Auch die Verknüpfung mit eigenen Präferenzen (ChatGPT bspw. kann aus allen Unterhaltungen bereits Vorlieben etc. erkennen) und die dazugehörigen Reaktionen zeigen uns eins auf – wir sind berechenbar. Wie in meinem vorigen Artikel erwähnt, müssen wir die KI wie einen Jugendlichen sehen, der in einer Lernphase ist. Bedenken wir, dass wir die KI auch mit unserer Reaktion füttern, setzen wir somit ein Zeichen – Antworten die ich als richtig finde, bekommt später jemand mit ähnlichen Interessen serviert. Nun hat diese andere Person vielleicht gar nicht soweit iteriert, wie ich es getan habe um eine spezifische Antwort zu erhalten. Von daher scheint es ihm, als würde die KI „schlau“ agieren, da sie ja auf seine Präferenzen basierend richtig geantwortet hat. Die Person ist also mess- und berechenbar und liefert die richtigen Antworten. Das erschreckt erstmal und zeigt uns mehr und mehr auf, wie berechenbar wir eigentlich sind und dass wir, trotz aller Versuche, immer noch Rudeltiere nach Mustern leben. Die Ausreiser dieses Systems sind übrigens auch berechenbar, denn schon alleine Grundbedürfnisse setzen den Menschen in eine Art Überlebenshaltung, welche weit erforscht ist und viele Dinge auf ein Papier bringt.

Auch die Angst der Verdrängung ist eine Einschränkung der Grundbedürfnisse – nämlich die soziale Akzeptanz in der Gruppe. Wir fürchten, wir verlieren unsere Arbeitskraft da die KI diese übernimmt. Würde man böse behaupten, wenn ein trainiertes System deine Arbeit übernimmt, solltest DU dir Gedanken machen. Man kann aber auch sagen, manche Tätigkeiten sind aufgebaut auf routinierte Abläufe, die einem Muster folgen. Wird dadurch meine Arbeit ersetzt? Nein, wird sie nicht. Sie wird verlagert. Ein Sachbearbeiter kann bspw. KI dazu nutzen, Sachverhalte im ersten Schritt zu analysieren. Die letztendliche Abwicklung wird aber dann doch durch menschliche Hände gehen müssen. Denn wie erwähnt, die KI kann nicht pro-aktiv agieren/reagieren. Wenn Muster nicht bekannt sind, kann sie diese auch nicht erkennen – hier ist und bleibt der Mensch an der Spitze. Auch wenn es einige Bereiche gibt, die von Mustern getrieben sind und daher tatsächlich zu Stellenverlusten führt, auch diese werden weiterhin in anderen Bereichen neue Stellen aufbauen in denen die Personen unterkommen.

Meine Theorie beläuft sich darauf, dass die Angst daher führt als berechenbar zu gelten. Etwas das wir nicht akzeptieren wollen, obwohl die KI nur aufzeigt was schon jahrelang im technischen Bereich des Internets schon getan wird.

Aufmerksamkeitsspanne

Man kann sagen, ich habe es schon immer gesagt oder man verlässt sich, gerade bei skeptischen Mitmenschen, auf die Wissenschaft. Und die bestätigt, was man sonst immer als gesunden Menschenverstand erachten kann: wer Informationen medial, auf kleinen Bildschirmen und vor allem ohne Haptik konsumiert, bei dem bleibt nicht viel hängen.

https://www.heise.de/news/Kuerzere-Aufmerksamkeit-Wissenschaftler-empfehlen-Papier-statt-Smartphone-7533958.html

Verweisen möchte ich auf die Rechenkraft der japanischen Schule -> https://www.youtube.com/watch?v=s6OmqXCsYt8
Am Ende ist der Konsens, was ich direkt bestätigen kann – was ich mit Haptik verbinde und erlerne, bleibt hängen.

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